Bayern mal anders: Mit Sonne

Nach Jahren des eisigen Frühlings mit Schnee und Regen war es uns dieses Jahr vergönnt die „Bayrischen Klassiker“ mit warmen Temperaturen, Sonnenschein und schneebedeckten Bergen zu genießen. Und mit trockenen Flüssen. So war es leider nicht möglich die Ammer, am ersten Tag zu paddeln. Sehr zum Verdruss aller, die schon am Einstieg übernachtet haben, wie mich. Stattdessen trafen wir uns erst am Campingplatz Isarhorn. Und was erwartet uns dort? Keinen von Pfützen übersäten Platz, keine schlammige Rampe zu den Toiletten, kein pseudo Kinderspielplatz bedeckt von Hundehaufen. Nein dieses Jahr waren wir OBEN. Ein trockener Platz, kurzer Weg zu den Duschen, beleuchtet, und Holzhütten. Was für ein Luxus. Alles, dank dem Fahrtenleiter Axel, der mal wieder zeigte, wie man organisatorisch fast alles richtig machen kann. Nur das Rauschen der Isar wurde dieses Jahr vom Straßenlärm übertönt. Was dann allerdings nicht so berauschend war.

So wurde dann zum Einstieg die Isar von Scharnitz zum Campingplatz gepaddelt. Gemütlich mit viel Sonnenschein, einer Doppelstufe, Eisenträger und einer Hirschkuh. Ja auch die Schönheit und Grausamkeit der Natur war bei dieser Fahrt dabei. Am Uferrand, in der Isar, stand eine Hirschkuh. Trotz aller Versuche der Beteiligten konnte dieser Kuh nicht mehr geholfen werden, da sie wohl verletzt war. So wurde ein Wildunfall gemeldet. Und kurz nachdem geklärt wurde, ob wir die Kuh mit dem Boot überfahren hätten, NEIN, erreichten zwei Polizisten den Unfallort. Fast, denn die Polizisten im schönsten grün wollten keine nassen Füße bekommen. Deshalb trug ein nicht näher erwähnt wollender Paddler wie einst der heilige Christophorus das Jesuskind, die Männer der Staatsgewalt, durch die reißenden Wogen der knöchelhohen Isar. Zweimal. Die Hirschkuh hat dieses Trauerspiel leider nicht überlebt, sie wurde mit drei Schüssen getötet. Auf den Hirschbraten am Abend haben wir dann doch verzichtet, der Essensplan stand schon.

Nun an den anderen Paddeltagen hat sich die Gruppe von über dreißig Leuten gespalten, die eine paddelten die Isar oberhalb von Scharnitz und zogen ihre Boote erst mal fleißig den Berg hinauf, die anderen paddelten die Loisach mit einem relativ niedrigen, aber noch fahrbaren Wasserstand. Den einen oder anderen Schwimmer gab es trotzdem, aber das gehört dazu. Am dritten Tag wurde dann auch gleich ein neuer Sport gegründet nämlich Bootswaagenrennen mit mindestens zwei Booten. Und aufgehört wird erst, wenn sich die Räder vom Waagen verabschieden. So braucht man dann auch weniger Zeit zum Hochwandern, als zum Hinunterpaddeln. Leider war aufgrund des niedrigen Wasserstandes diese Strecken die einzigen Alternativen. Aber man kann einen Fluss auch mehrmals fahren und immer noch Spaß haben, wie diese Ausfahrt wieder zeigte.

Auch nach dem Paddeln war für Sport und Unterhaltung gesorgt. Wer noch nicht müde war, ist nachmittags zur Eisdiele in Mittenwald geskated oder gejoggt. Zur Zufriedenheit fast aller Beteiligten. Ja, Eis wurde viel gegessen auf dieser Ausfahrt, auch der Zwiebelrostbraten in der Gaststätte „Zum Kurpark“ war wieder sehr beliebt und in einer Hütte gab es abends das lustigste Doppelkopfspiel von Mittenwald. Also wie schon seit sechs Jahren eine gelungene Ausfahrt, ein Klassiker.

Fazit:   Viel Sonne, wenig Wasser.

 Operation gelungen, Kuh tot.

 Don’t drink and paddle.

 Dunkles Schokoladeneis ist lecker.

Bericht: Tobias

Bilder: Klaudi, Julian, Florian, Michael